Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit spielen auf Sizilien eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Wirtschaft und Gesellschaft. Hier sind einige Beispiele, wie ökologische und ökonomische Ansätze auf Sizilien verfolgt werden:

Ökologische Aspekte

Erneuerbare Energien
Natürlich verfügt Sizilien über reichlich Sonnen- und Windressourcen, was die Entwicklung von erneuerbaren Energien begünstigt. So wurden in den letzten Jahren Solar- und Windkraftanlagen ausgebaut, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Aktuell errichtet der Würzburger Solardienstleister Sens sein bisher größtes Solarkraftwerk auf Sizilien. Es handelt sich um ein Agri-PV-Projekt mit 135 MW Leistung! Zwischen den PV-Modulen sollen Feigen und Oliven gedeihen, deren Bewirtschaftung Sens selbst übernimmt. Die Anlage soll noch 2023 in Betrieb gehen.

Nachhaltige Landwirtschaft
Die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle auf Sizilien. Viele Betriebe setzen verstärkt auf ökologische und biologische Anbaumethoden, um den Einsatz von Chemikalien zu reduzieren und die Bodengesundheit zu erhalten.

Naturschutz und Tourismus
Sizilien ist sehr reich an natürlicher Schönheit. Naturschutzgebiete werden geschützt, um die einzigartige Flora und Fauna zu bewahren. Bereits 1981 wurden fünf große regionale Gebiete sowie ganze 72 Naturschutzgebiete zu Naturparks erklärt. Die bekanntesten sind der Naturpark Ätna, der Flusspark des Alcantara, der Naturpark dello Zingaro, Vendicari oder Madonie. Auch stehen sechs Meeresgebiete entlang der Inseln unter Naturschutz. Daraus resultierend gewinnt der Ökotourismus auf Sizilien erfreulicher Weise immer mehr an Bedeutung, wodurch so auch verstärkt wichtige Einnahmen erzielt werden können, ohne die Umwelt zu schädigen.

Ökonomische Aspekte

Agrar- und Lebensmittelwirtschaft:
Sizilien produziert eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Produkten. So sind rund 11% der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Immerhin 75% der Fläche Siziliens wird landwirtschaftlich genutzt, was dementsprechend zu beeindruckenden Zahlen führt. So liegt der Anteil an der Gesamtproduktion Italiens mit Zitronen bei sagenhaften 90%, mit Orangen bei 60% und der Anteil der Weinproduktion beträgt immerhin noch mit 9 Millionen Hektolitern 15%. Das ist die Landwirtschaft, hinzu kommen noch 20% der Fischausbeute Italiens mit hauptsächlich Thunfisch, Sardinen und Schwertfisch, gefangen rund um die Gewässer Siziliens.

Tourismus
Als größte Insel im Mittelmeer ist Sizilien schlicht zu groß und vielseitig, um die Schönheit der Insel nur nach einem Urlaub kennenzulernen. So erfreut sich der Tourismus auf Sizilien steigender Beliebtheit und gewinnt damit auch wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung. Traumhafte Badestrände, viele antike Plätze und Ruinen, wie zum Beispiel Selinunte, der größte archäologische Park Europas, oder auch der Kultfaktor „Mafia“ locken jährlich immer mehr Touristen auf die Insel.

Die touristische Infrastruktur entwickelt sich zwar noch recht langsam aber stetig. Eine ausgewogene und nachhaltige Entwicklung des Tourismussektors wird weitere Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig die Umwelt schützten. Auch kann es mit dazu beitragen, der Jahrzehnte andauernden Abwanderung junger Generationen Einhalt zu gebieten. Die angenehmen Temperaturen im Frühjahr und Herbst sind gut geeignet, die Insel mit dem Auto zu erkunden.

Innovation und Forschung
Sizilien bemüht sich um die Förderung von Innovationen und die Forschung, um neue Technologien und Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Dies wird zum wirtschaftlichen Wachstum, Zum Beispiel in Bereichen wie erneuerbare Energien oder der Lebensmittelverarbeitung beitragen.